Zertifizierte Nachhaltigkeit für die Schmuck- und Uhrenindustrie

23. August 2016  
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Nachhaltigkeit ist aktuell ein großes Thema – auch für die Edelstein-, Schmuck- und Uhrenindustrie und deren Zulieferer. Nicht nur, weil Schmuck und Uhren in direkte Berührung mit der Haut kommen und keine Materialien verwendet werden dürfen, die gesundheitliche Risiken darstellen könnten. Auch unsere Umwelt und die Menschenrechte sind kostbare Güter. BV Schmuck und Uhren fördert Fairness von der Mine bis zum Handel.

Aufgeklärte und kritische Verbraucher achten zunehmend darauf, nur solche Produkte zu erwerben, die nicht mit Umweltschädigungen oder Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden können. Gerade Edelmetalle wie Platin oder Gold sowie Diamanten waren in der Vergangenheit öfter negativ aufgefallen und stehen weltweit unter strenger Beobachtung. Organisationen wie der Responsible Jewellery Council (RJC) oder der Kimberley Prozess(KP) wurden ins Leben gerufen, um das Vertrauen der Konsumenten zu sichern. Mit Zertifikaten, Herkunftsnachweisen und Gütesiegeln wie „RJC“, „Grünes Gold“ oder „Fair Trade Minerals“ garantiert die Branche ihren Kunden und Geschäftspartnern den verantwortungsbewussten Umgang mit Mensch und Umwelt.

Der 2005 gegründete Responsible Jewellery Council (RJC), ein Zusammenschluss von weltweit 700 Unternehmen aus der Edelmetall-, Edelstein- und Schmuckindustrie sowie der Juweliersbranche, ist eine der ersten Adressen beim Thema Nachhaltigkeit. Zu seinen Mitgliedern zählen große Schmuck und Uhrenmarken, Diamant- und Edelsteinhändler, Juweliersketten und Scheideanstalten. Alle haben sich auf den Code of Practise des RJC verpflichtet. Dieser bedeutet: Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, natürliche Ressourcen zu schonen, die Menschenrechte zu wahren und somit das gesamte Unternehmen verantwortlich und nachhaltig zu führen. Nur dann dürfen sie das RJC Gütesiegel verwenden, was gleichzeitig ein vorzügliches Marketinginstrument ist. Alle, ob Minenbetreiber, Diamanthändler, Schleifereien, Scheideanstalten, Schmuck- und Uhrenhersteller oder Einzelhändler, haben vorher einen umfangreichen Zertifizierungsprozess durchlaufen, um ihr Engagement für ethisch korrektes Verhalten und einen sozial sowie umweltverträglichen Umgang mit der Natur und Umwelt nachweisen zu können. Im dreijährigen Turnus werden sie weiterhin von unabhängigen Zertifizierungsunternehmen auditiert.

Die für eine Zertifizierung erforderlichen Nachweise zu erbringen, ist allerdings nicht so einfach, gerade für mittelständische Unternehmen. Die gesamten Betriebs- und Managementabläufe müssen durchforstet und die vollständige Lieferkette unter die Lupe genommen werden, denn auch eine lückenlose Transparenz von der Gold- und Edelsteinmine bis zum Ladentisch des Juweliers ist gefordert. Um seine Mitgliedsunternehmen bei diesem schwierigen Prozess zu unterstützen, hatte der BV Schmuck und Uhren im vergangenen Jahr zu speziellen Zertifizierungs-Workshops eingeladen. Für das Audit wurde die Firma SGS verpflichtet, ein weltweit agierendes Zertifizierungsunternehmen mit mehrjähriger Erfahrung in der Schmuck- und Uhrenbranche.

Zehn Unternehmen aus der Schmuck- und Uhrenbranche unterziehen sich im Laufe der nächsten Monate unter dem Dach des Bundesverbands (BV) Schmuck und Uhren dem Prüfungsaudit nach den Regeln des Responsible Jewellery Council (RJC) um alle Bedingungen für ein RJC Zertifikat zu erfüllen. Es sind die Firmen: Friedrich Binder, Andreas Daub, egf – Eduard G. Fidel, die Ringfabrik August Gerstner, Victor Mayer, Hans Rivoir, Schofer Germany – the Chain Company, die Sparkasse Pforzheim Calw, die Firma Hermann Staib und die Bauer-Walser AG. Die notwendigen Informationen und Anleitungen, um die Konformität mit den Regeln des RJC hinsichtlich Geschäftsethik, Menschenrechte und Sozialverträglichkeit, Umweltverträglichkeit und Managementsysteme überprüfen, dokumentieren und mögliche Schwachstellen aufspüren und beseitigen zu können, vermittelten Experten der SGS-Gruppe.

Es ist eine intensive gemeinsame Arbeit, die sich bereits jetzt als Erfolgsmodell erweist. „Gemeinsam geht vieles leichter, das ist eine alte Erfahrung“, sagte BV Hauptgeschäftsführerin Ina Zeiher-Zimmermann. Die Verantwortlichen aus den teilnehmenden Unternehmen hätten sich in den Workshops kollegial untereinander abgestimmt, sich gegenseitig motiviert, Erfahrungen miteinander geteilt und so manchen hilfreichen Tipp weiter gegeben. Die Zusammenarbeit unter dem Dach des BV festige gleichzeitig den Zusammenhalt in der Branche – ein erfreulicher Nebenaspekt, auch im Hinblick auf das 250 jährige Goldstadtjubiläum im kommenden Jahr.