Zartrosa Schmuckträume

23. Mai 2018  
Gelistet unter: Edelsteinforum

Rosa ist die Schmuckfarbe der Saison: frisch, harmonisch und feminin. In diesem Jahr ist laut Colour-Experte Pantone die Nuance „Blooming Dahlia“ angesagt. Ein pudriges Rosa, das sich in zahlreichen Farbsteinen wiederfindet. Aber ehrlich: Schmuckträume in Rosarot sind in jeder Variante zum Verlieben.

Morganit – zartes Lachsrosa. Wie der sehr begehrte und kost-
bare Smaragd gehört der Morganit zur Beryll-Gruppe, ein Aluminium-Beryllium-Silicat, das von dem Spurenelement Mangan gefärbt wird. Die Farbpalette reicht beim Morganit von zartrosafarben bis hin zu Lachsrosa.

Entdeckt wurde der Morganit 1910 in Madagaskar; damals wurde er lediglich als pink Beryll bezeichnet. Seinen Namen erhielt der Morganit schließlich zu Ehren von John Pierpont Morgan, einem Banker und Edelsteinsammler aus New York. Einer der beliebtesten Schliffe für den meist durchsichtigen Morganit ist der Treppenschliff, der seine Brillanz gut zur Geltung bringt.

Dieser Edelstein hat einen deutlichen Pleochroismus, so dass die Farbe unter Kunstlicht leicht verändert erscheinen kann. Vorkommen von Morganit befinden sich unter anderem in Madagaskar, Afghanistan, Brasilien oder China. Schmuck mit Morganit wirkt harmonisch und warm, insbesondere mit einer Roségoldfassung. Edel ist die Kombination von Morganit mit Diamanten oder Edelsteinen in Beigetönen.

Rosenquarz – der Edelstein des Herzens. Der zartrosa Rosenquarz gehört zur Gruppe der Quarze (SiO2). Titan und Mangan sind für seine Rosatönung verantwortlich, die von einem kräftigen Rosa bis hin zu Blassrosa reichen kann. Rosenquarz ist gerne etwas rissig; die Transparenz reicht von milchig-trüb über durchscheinend bis hin zu durchsichtig. Daher wird der Edelstein im Schmuck oft im Cabochonschliff verarbeitet, was für eine reizvolle Qptik sorgt, vor allem, wenn kleinste Rutilnadeln orientiert eingelagert sind, die für einen Asterismus (sternförmige Lichtreflexe) sorgen.

In Kombination mit Weißgold erscheint der Rosenquarz eher kühl; Gelb- und Roségold verleihen ihm Wärme. Schmuck mit Rosenquarz eignet sich besonders für feminine, romantische Looks, die perfekt das Gefühl des Frühlings widerspiegeln. Gefunden wird Rosenquarz unter anderem in Brasilien, Madagaskar, Mozambique oder Sri Lanka. Rosenquarz gilt als Stein des Herzens und der bedingungslosen Liebe. In der Mythologie gab Amor diesen Edelstein den Menschen, um ihnen Liebe und Fruchtbarkeit zu spenden.

Kuznit – Pretty in Pink. Der rosa- bis hellviolette Kunzit ist ein Lithium-Aluminium-Silicat. Spuren von Mangan verleihen ihm seine rosa Farbe. Seinen Namen hat der Kunzit seinem Entdecker, dem Gemmologen George F. Kunz, zu verdanken, der ihn 1902 erstmals identifizierte. Fundländer, in denen Kunzit abgebaut wird, sind unter anderem die USA, Brasilien, Madagaskar und Afghanistan.

Einen Kunzit in einem Schmuckstück zu verarbeiten erfordert eine hohe Kunstfertigkeit, denn der Edelstein ist vollkommen spaltbar, was das Schleifen und Fassen erschwert. Auf Grund seines Pleochroismus muss man beim Schleifen ebenfalls darauf achten, die Tafelfacette so anzulegen, dass diese senkrecht zur Hauptachse des Steins liegt, denn nur so kann ein intensiver Farbeindruck erzielt werden. Pleochroitische Edelsteine sind mehrfarbig, das heißt, je nach Blickwinkel wechseln sie die Farbe, oder die Farbhelligkeit und -intensität verändern sich. Ein Phänomen, das auf der Absorption des Lichts beruht. Generell empfiehlt es sich, Schmuck mit Kunziten nicht dauerhaft dem Sonnenlicht auszusetzen, da dieses ein Ausbleichen der wunderschönen rosa Farbe zur Folge haben kann. Der weltweit größte geschliffene Kunzit hat 880 ct und befindet sich im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington D.C.

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