Simply Danish – Silberschmuck des 20. Jahrhunderts

31. Oktober 2018  
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Armband aus Silber von Bent Knudsen 
© Martin Adam

Die Ausstellung „Simply Danish“ präsentiert mit 174 Silberschmuck-Objekten von 48 dänischen Künstlern die Sammlung des Berliner Ehepaars Marion und Jörg Schwandt. Die Sammlung, in der sich mehr als 40 Jahre Erfahrung konzentrieren, gibt einen Überblick der verschiedenen Strömungen des dänischen Schmuck-Designs im 20. Jahrhundert. 

Die gezeigten Arbeiten bilden ein weites Spektrum dänischer Schmuckkunst ab – vom Einzelstück aus der Studiowerkstatt bis zu den Design-Ikonen aus der Serienfertigung der großen Manufakturen. Das Augenmerk liegt dabei darauf wie die Fixierung auf den materiellen Wert eines Schmuckstücks vom dänischen Bürgertum zugunsten des künstlerischen Werts aufgegeben wurde und wie dieser Sinneswandel die dänische Schmuckgestaltung nun schon seit über 100 Jahren zu ästhetischen Höchstleistungen animiert.

 

Anhänger aus Silber von Gabrielsen Pedersen
© Martin Adam

Brosche aus Silber mit grünem Achat von Georg Jensen © Martin Adam

Das Einzigartige des dänischen Schmuckstils besteht in der konsequenten Beschränkung auf unprätentiöse Materialien wie Silber und schlichte Schmucksteine. In den Jahre von 1900 bis 1925  waren die naturhaften Motive plastisch ziseliert und nutzen somit die hohe Schmiedbarkeit des Silbers. Bekannten Namen aus dieser Zeit sind Mogens Ballin, Thorvald Bindesbøll und Georg Jensen, dessen großer Erfolg für internationale Beachtung sorgte. Die abstrakten Arbeiten der 1930er Jahre machen hingegen den technischen Prozess durchschaubar, beispielsweise bei Karl Gustav Hansen.

Mit der Einführung organischer, nicht gegenständlicher Formen durch den Bildhauer Henning Koppel im Jahr 1947 endete die Ära der Bildhaftigkeit. Volumen und Plastizität, aber auch die Geschlossenheit des Umrisses machen jetzt die Wirkung eines Schmuckstücks aus. Künstler wie Nanna und Jørgen Ditzel, Bent Knudsen und Bent Gabrielsen schaffen Formen, deren polierte Oberflächen das Licht in lebendige Bewegung versetzen. Bereits ab Ende der 1950er Jahre wird diese skulpturale Formensprache um das geometrische Element erweitert. Auch wenn in einer kurzen Periode starker Materialkontraste in den 1970er Jahren einige Entwerfer gegen die Harmonie der glatten Formen rebellieren, bleibt das Spiel des Lichts auf den hochplastischen, dekorlosen Formen charakteristisch für den dänischen Silberschmuck des 20. Jahrhunderts.

Anhänger „Pillendreher“ aus Silber, vergoldet, Porzellan von Erik Magnussen
© Martin Adam

„Simply Danish. Silberschmuck des 20. Jahrhunderts“

Ausstellung vom 14. November 2018 bis 3. März 2019

Eröffnung: 13. November 2018, 19 Uhr

BRÖHAN-MUSEUM
LANDESMUSEUM FÜR JUGENDSTIL, ART DECO UND FUNKTIONALISMUS

Schlossstraße 1a
14059 Berlin (am Schloß Charlottenburg)

Kostenlose Führungen (zzgl. Eintritt) mit dem Sammler
an folgenden Sonntagen, jeweils 15 Uhr:
18.11., 9.12., 6.1., 20.1., 3.2., 17.2., 3.3., Anmeldung nicht erforderlich

Kostenlose Führungen (zzgl. Eintritt) mit einer Schmuckdesignerin
an folgenden Sonntagen, jeweils 15 Uhr:
25.11., 2.12., 16.12., 30.12., 13.1., 27.1., 10.2., 24.2. Anmeldung nicht erforderlich

Workshops für Erwachsene: Schmuckdesign (Sa, 1.12.2018/12.1.2019/23.2.2019) jeweils von 14–17 Uhr, ab 16 Jahre, 49,– € p.P, inkl. Eintritt und Material,
verbindliche Anmeldung bis spätestens drei Tage vor dem gewählten Termin erforderlich unter: info@broehan-museum.de, Tel.: 030/32690600

Im Rahmen der Ausstellung ist auch das Buch „Simply Danish“ von Jörg Schwandt erhältlich. Im Mittelpunkt des Bandes steht der Silberschmuck Dänemarks, der Konsequent an einfachen Materialien und handwerklich solider Bearbeitung festhält.