Seidensinnlichkeit: Traditionelle chinesische Schmuckkunst in Wien

27. März 2019  
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Die Kunstwerke der chinesischen Suzhou-Seidenstickerei waren lange Zeit nur den Kaisern vorbehalten. Die in Wien lebende Jiayi Zhang präsentiert diese ausgefallene Technik nun in Verbindung mit Gold und Silber.

„Bei dieser uralten Technik wird Seide mit hauchdünnen Seidenfäden doppelseitig bestickt. Der feine Seidenglanz und die Plastizität der naturalistischen Bilder prägen gemeinsam mit dem modernen und klaren Design die Einzigartigkeit meiner Schmuckstücke“, so die Künstlerin. 

Bis zu 50 Stunden arbeitet Jiayi Zhang an einem einzigen Motiv.  Im „Atelier im Ersten“ in der Kärntner Straße 8 im ersten Bezirk in Wien sind aktuell einige der Meisterwerke zu sehen und zu erwerben.

Natürliche Formen in prächtigen Farben, gefasst in edles Metall

Das Schmuckdesign von Jiayi Zhang ist einzigartig, genauso wie die uralte Handwerkskunst, die die Künstlerin in die Moderne transformiert. Die hauchdünnen Seidenfäden glänzen bei jeder Bewegung des Ohrschmucks, der Halsketten oder der Broschen. „Die Motive scheinen durch den 3D-Effekt sehr plastisch und ergeben mit der klaren Form der Schmuckstücke eine wunderbare Symbiose“, so die Künstlerin.

 Ihre Inspiration holt sie sich aus der Natur. Aber auch kritische Themen, wie die aus der Enge des Käfigs entflohene Schwalbe.

Chinesische Handwerkskunst findet den Weg nach Wien

Jiayi Zhang auch „Dschai“ (Schwalbe auf Chinesisch) wurde im Jahr 1986 in der chinesischen Provinz Henan im kleinen Dorf Shunhe geboren. In ihrer Kindheit wurde sie in die Kunst der Suzhou-Seidenstickerei eingeführt und vervollkommnete ihre Technik bei den gemeinsamen Stickarbeiten mit den älteren Dorfmädchen.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Kombination mit Deutsch kam Jiayi Zhang 2010 nach Österreich und lebt seither in Wien, wo sie eine Ausbildung zur Schmuckdesignerin machte. Ihre erste Ausstellung fand anlässlich der Schmuckwoche Wien im Jahr 2015 statt. Im Jahr darauf waren ihre Schmuckstücke Teil einer Gruppenausstellung im Museumsquartier. 2018 gewann sie mit der Schmuckarbeit „Ausbrechen“ den 3. Platz beim Wettbewerb „Identität – Schmuckpreis für zeitgenössischen Schmuck“.