Blau & Bunt – Saphir

24. Mai 2019  
Gelistet unter: Edelsteinforum

Foto: Chopard/Michael Schwartz

Denken wir an Saphire, so fällt uns zuerst die Farbe Blau ein, ein royales, leuchtendes Blau. Was weniger bekannt ist: Den Edelstein gibt es in allen Farben des Regenbogens und sogar in Pastelltönen. Ideal für Schmuck in sommerlichen Looks.

Wir haben den allseits geschätzten Saphir, der einer der beliebtesten Edelsteine in der Schmuckherstellung ist, genauer unter die Lupe genommen und für Sie die schönsten Schmuckstücke und wichtigsten Informationen gesammelt. Wir laden Sie ein auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Farben.

Wie der Rubin gehört der Saphir zur Mineralgruppe der Korunde, ein Aluminiumoxid mit Mohshärte 9. Spricht man von Saphir, so meint man für gewöhnlich den blauen Edelstein, dessen Farbe durch Spuren von zweiwertigem Eisen und Titan hervorgerufen wird. Darauf verweist auch das griechische Wort „sappheiros“, das übersetzt „blauer Stein“ bedeutet. Am begehrtesten sind kornblumenblaue Saphire. Welche Qualitätskriterien spielen nun bei diesem Edelstein eine Rolle, welche Behandlungen gibt es, und wo werden Saphire gefunden?

Farbe und optische Effekte

Wie in der Einleitung erwähnt, gibt es Saphire in vielen verschiedenen Farben: So sorgt Chrom für eine rosa Tönung, Vanadium färbt Saphire violett, dreiwertiges Eisen erzeugt Saphire in Gelb und Grün und für eine orangefarbene Nuance sind Spuren von Chrom, Eisen und Vanadium verantwortlich. Es gibt sogar auch farblose Saphire – diese werden als „Leukosaphir“ bezeichnet. 

Jörg Kaiser: Rivière-Armband aus Platin 950 mit blauen Saphiren, Unterseite aus schwarzem Edelstahl

Haben Saphire eine gelborange bis orangegelbe Farbe mit einem rosa Farbüberton, so werden sie als „Padparadscha“ bezeichnet, was auf singhalesisch „Lotusblüte“ bedeutet. Sind Rutilnadeln in einem Saphir eingeschlossen, so zeigt der Stein einen seidigen Glanz. Orientiert eingelagerte Rutilnadeln können dafür sorgen, dass im Licht auf der Oberfläche des Edelsteins der sogenannte „Katzenaugeneffekt“ oder ein sechsstrahliger Stern zu sehen sind.

De Grisogono: Collier aus der „High Jewellery“-Kollektion aus 18 Kt. Weißgold mit Saphiren, icy Diamanten und weißen Diamanten.

Farbe als Qualitätskriterium

Gerade bei blauen Saphiren ist die Farbe ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Wertbestimmung. Die begehrtesten Nuancen sind das schon erwähnte Kornblumenblau und ein royales Blau. Die Farbe wird an Hand verschiedener Kriterien beurteilt: des Farbtons, der Helligkeit bzw. Dunkelheit der Farbe und der Sättigung/Intensität des Farbtons. Generell gilt: Je intensiver und gesättigter die Farbe ist und je weniger Farbzonierungen vorliegen, desto wertvoller der Edelstein. Bei Saphiren, die keine blaue Farbe haben, gilt die Padparadscha-Farbe als besonders gefragt und wertvoll. 

Reinheit und Gewicht

Edelsteine haben Einschlüsse. Für die Verwendung beim Schmuck sollte ein Farbedelstein „augenrein“ sein, d.h. Einschlüsse sollten nicht mit bloßem Auge erkennbar sein. Saphire, die eine sehr hohe Reinheit besitzen, sind extrem selten und daher sehr wertvoll. Einschlüsse, die optische Phänomene, wie den Sterneffekt, hervorrufen, sind wiederum geschätzt. Die Strahlen des Sterns sollten gleich stark und klar ausgebildet sein, sich in der Mitte des Saphirs treffen, von einer Seite zur anderen durchlaufen und sich von der Hintergrundfarbe des Steins deutlich abheben. 

A. Ruppenthal: Schmuckset aus 18 Kt. Weißgold mit Saphiren

Betrachtet man einen Sternsaphir aus verschiedenen Blickwinkeln, sollte der Stern optisch stets gleich gut ausgeprägt sein. Auch die Größe hat einen Einfluss auf den Wert. Saphire von feinster Qualität mit einer Größe ab circa 5 Carat sind dementsprechend selten und teuer im Unterschied zu Saphiren von kommerzieller Qualität.

Tamara Comolli: Armband und Anhänger „Snowflake“ aus 18 Kt. Roségold mit Saphiren in verschiedenen Farben.

Behandlungen

Eine gängige Behandlung ist das sogenannte „Brennen“: Erhitzt man Saphire auf bestimmte Temperaturen, so kann die blaue Farbe intensiviert oder hervorgerufen werden. Auch werden Einschlüsse von Rutilseide oftmals durch Erwärmen entfernt, so dass der Stein transparenter erscheint. Auch eine Bestrahlung, die oftmals mit einer thermischen Behandlung kombiniert wird, kann die Farbe verändern. Beim sogenannten Gitterdiffusionsverfahren dringen chemische Elemente, wie zum Beispiel Chrom oder Titan, in das Atomgitter des Saphirs ein, um die Farbe des Edelsteins zu beeinflussen. Dieses Verfahren wird bei Saphiren jeder Nuance angewendet. 

Teilweise kann es passieren, dass die Farbveränderung nur oberflächlich wirkt und nicht bis in die Tiefen des Steines reicht. Was den Wert von Saphiren betrifft, gilt folgende Grundregel: Unbehandelte Edelsteine kosten in der Regel mehr als behandelte. Bei den behandelten Saphiren liegen solche, die nur einer thermischen Behandlung unterzogen wurden, höher im Preis als die, die einer Gitterdiffusionsbehandlung unterzogen wurden.

Herkunftsländer und Lagerstätten

Innerhalb der Gruppe der Korunde kommen Saphire generell häufiger vor als Rubine, ihre Muttergesteine sind Marmor, Basalt, Pegmatite oder dolomitisierte Kalksteine. Gefunden werden Saphire unter anderem in Burma, Sri Lanka, Thailand, Brasilien, China oder Australien. Früher kamen die begehrtesten Saphir-Qualitäten aus Kaschmir/Indien. Diese Saphire zeichnen sich durch eine kornblumenblaue Farbe mit einem seidigen Schimmer aus. Wie gefragt Saphire aus der Kaschmir-Region sind, zeigt unter anderem die Tatsache, dass die Richelieu-Saphire, Ohrringe mit je einem unbehandelten Saphir im Kissenschliff (26,66 und 20,88 ct) im November 2013 von Sotheby‘s Genf für 7.669,000 CHF versteigert wurden.

Paul Wild: Collier aus losen, multicolorfarbenen Saphiren im Tropfenschliff

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