Von Frau zu Frau

26. August 2016  
Gelistet unter: Design, Portrait S Plus

web_tezer_neu

Sema Sezen hat sich ihren Traum erfüllt: Eine Schmuckkollektion, die aus lauter Lieblingsstücken besteht. Schlicht, elegant und persönlich. Wir sprachen mit der Designerin der Marke Tezer.

Ist jedes Schmuckstück Ihrer Kollektion auch ein Schmuckstück, das Sie selbst tragen würden oder tragen?

Sema Sezen: Ja, natürlich würde ich jedes meiner Schmuckstücke selbst tragen. Wenn ich den Schmuck gestalte, bin ich das erste Testmodell für meine neuen Entwürfe. Danach schicke ich meistens meinen „Mädels“ – meinen langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitstreiterinnen Bernadeta Piskorz und Stephanie Köhler – ein Foto direkt aus Istanbul (wo ich meistens entwerfe) ins Büro, und wir diskutieren über die Modelle. So können wir schnell entscheiden, was in die Kollektion kommt und was nicht. Es gibt darunter immer Modelle, die mir besonders gut gefallen und die ich dann sehr gerne auch für mich selbst hernehme. Ich trage jeden Tag Schmuck und ich liebe es. Mein Lager ist auch ein bisschen meine „Schmuckschatulle“, ich habe also sehr viel Auswahl …

web_Tezer_Ringe
Wie muss Schmuck aussehen, um Ihnen zu gefallen – ob aus eigener oder fremder Kollektion?

Ich persönlich mag etwas verspielteren Schmuck, gerne auch mit Natursteinen. Mir gefallen Ornamente und Muster, aber ich hatte auch immer schon eine Vorliebe für die klaren Formen des Bauhaus-Stils. In meinen Kollektionen kann man beides finden. Leider sind die verspielteren Schmuckstücke schwieriger zu verkaufen, während klare, schlichte Designs über Jahre hinweg von den Kundinnen geschätzt werden. Zum Beispiel meine Plättchenketten, die es seit 1998 gibt und die immer noch zu meinen Topsellern gehören.

Was, meinen Sie, unterscheidet sie als Designerin von den männlichen Kollegen?

Als Schmuckgestalterin ist es absolut von Vorteil, eine Frau zu sein. Ich bin selbst die Konsumentin und kann meine Erfahrungen und meine Wünsche einbringen. Ich glaube, dass ich ein natürliches Gespür für Stil und Formen habe. Als Frau ist man viel mehr auf gutes Aussehen bedacht als ein Mann, das fängt bei der Kleidung an und geht weiter über Schmuck, Handtasche, Make-up, Haare etc. Die richtige Kombination ist entscheidend, und darüber machen sich Frauen mehr Gedanken.

Was schätzen die Trägerinnen von Tezer-Schmuck so besonders an der Kollektion?

Meine Schmuckkollektion ist eine besondere und individuelle, sie ist kein Massenprodukt, sondern liebevoll handgefertigt. Auf der Frankfurter Zeil zum Beispiel kann man jede Menge Schmuck kaufen, leider ist es immer der gleiche, den es auch sonst überall auf der Welt gibt. Jede Frau, die nicht in der gleichen Schmuckuniform wie alle anderen herumlaufen möchte, sucht nach etwas Besonderem. Mein Schmuck hat etwas Zeitloses, und bei mir findet jede Frau jeden Alters das passende Schmuckstück. Und sie wird auf ihren Tezer-Schmuck angesprochen. Das höre ich sehr oft!

Wie würden Sie ein gekonntes Schmuckstyling beschreiben?

Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Silberschmuck kann immer auch etwas ausgefallener und größer sein. Manchmal reicht ein Statement Piece. Ich bin kein Fan von 100 % passenden Sets: Kette, Armband, Ohrschmuck und Ring. Wenn alles perfekt zusammenpasst, wird es schnell zu viel.

Welche Neuanschaffung in Sachen Schmuck würden Sie einer Frau in diesem Herbst empfehlen?

Ich liebe zurzeit große Anhänger an langen Ketten. Sie sind ein tolles Accessoire für jeden Anlass und machen richtig Spaß.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

web_neueSchmuckkreationen

Neue Schmuckkreationen probiert Sema Sezen immer zunächst an sich selbst aus – und diskutiert dann mit ihrem Team, was in die Kollektion aufgenommen wird.