Grenzen zur Kunst

Februar 9, 2017 by  
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Zu „Fingertip feelings“ lädt die Schmuckkünstlerin Helmi Lindbloom mit ihrem Schmuck „­Strangebutjewelry“ ein. Hier ein Collier aus der Serie, gefertigt aus gemischten Materialien, präsentiert auf der Sieraad 2016 in Amsterdam. Foto: Ninni Vidgren.

Es sind fließende Übergänge, die insbesondere beim Schmuck für Spannung sorgen: Wo endet das Design und wo beginnt die Kunst? Was ist Handwerk, was Kreativität? Fragen, die immer wieder neue Antworten suchen.

Es passiert auf Messen, in Ausstellungen, Galerien oder beim Goldschmied an der Ecke: Schmuck überschreitet die Grenze zur Kunst. Die einen reagieren mit Kopfschütteln, andere mit Begeisterung. Und für viele öffnet sich eine Tür in eine Welt, die überaus reich ist an Schönheit, an Freude, an Kreativität und auch an Geschichte. Schließlich ist es kein Privileg unserer Zeit, Schmuck mit künstlerischen Aspekten zu schaffen. Dr. Christianne Weber-Stöber, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, erinnert: „Bereits im Jugendstil, etwa mit René ­Lalique, beginnt das große Thema des Künstlerschmucks, das sich dann bei den französischen Avantgardisten des Art Déco fortsetzt. Für ihre Frauen und Freunde haben auch die Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Erich Heckel Schmuck entworfen.“

Der künstlerische Schmuck unserer Zeit orientiert sich jedoch an einem neuen Schmuckbewusstsein, das in den 1960er-Jahren entstand. „Es werden Schmuckdesigner an den Schulen ausgebildet, viele distanzieren sich immer mehr vom Handwerk und verstehen sich als Schmuckkünstler. Die Thematik wurde in den 1990er-Jahren, vor allem in der Münchner Szene, um den Begriff des Autorenschmucks erweitert“, so resümiert die Expertin die Entwicklungen in Kürze.

Halsschmuck „Lost found lost“ von Andreia Gabriela Popescu, Teilnehmerin des „Artistar Jewels“-Events in Mailand, der beim alljährlichen Wettbewerb zeitgemäßem Schmuck eine Bühne gibt (23.–26. Februar 2017).

Auch ein Ausstellungsort wie das Deutsche Goldschmiedehaus in Hanau, für dessen inhaltliche Ausrichtung Christianne Weber-Stöber seit zehn Jahren verantwortlich ist, bietet immer wieder Einzelausstellungen oder Künstlerbegegnungen aktueller Schmuckgestalter – neben historischen oder auch ethnologischen Themen. „In der letzten Zeit beobachten wir, dass das Interesse an den Ideen des Künstlers, der Geschichte dahinter und dem Prozess der Entstehung stetig wächst. Die Arbeiten von Avantgardekünstlern sind – in den richtigen Kontext gebracht – längst nicht nur für Fachpublikum spannend.“  Auf die schwierige Frage nach der Tragbarkeit von Schmuckkunst antwortet Christianne Weber-Stöber mit einem ganz persönlichen Statement: „Die Definition der Tragbarkeit hat auch etwas mit der Haltung der Trägerin oder des Trägers zu tun. Wenn jemand offen und neugierig für die aktuelle Kunstszene ist und sich auch für Schmuck interessiert, wird er nicht zuerst nach der Tragbarkeit fragen, sondern sich von dem Stück selbst  faszinieren lassen.“

 

Lesen Sie den vollstänidgen Artikel in der aktuellen Schmuck Magazin Ausgabe 1/2017.

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Collier von Lisa Walker, Foto: Gerhard Knorr

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