Paraiba – Traum in Türkis

24. August 2016  
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Web_ParaibaringEr ist der Star unter den Turmalin-Varietäten, der kräftig türkis leuchtende Paraiba. Seine prachtvolle Erscheinung löste Begeisterungsstürme in der Schmuckwelt aus und macht ihn heute zu einen der begehrtesten Farbedelsteine. 

Es war eine echte Sensation, als man sie 1987 in einem der mühevoll ausgegrabenen Schächte des brasilianischen Bundesstaates Paraiba entdeckte – die fortan sogenannten Paraiba-Turmaline. Noch nie zuvor hatte man eine Varietät gefunden, die ein derartiges Farbspektrum aufweist, das von Smaragdgrün bis zu einem kräftig leuchtenden Türkis reicht. Verantwortlich für diese Besonderheit sind hohe Anteile von Kupfer im Stein, die ihm seine einmalige Beschaffenheit geben. Obwohl in der Zwischenzeit auch andere Fundorte erschlossen wurden, weisen Paraiba-Turmaline aus Brasilien die charakteristisch intensive Leuchtkraft auf. Selbst bei wenig Licht funkeln diese Steine noch besonders kräftig. Auch wenn Funde aus Nigeria ebenfalls begeistern, erreichen sie nicht ganz die gleichen beeindruckenden Eigenschaften wie ihre Pendants aus Südamerika. Web_Royal_Paraibaring

Paraiba-Turmaline sind eine erst jung entdeckte Überraschung der Natur. Schnell avancierten sie zu den Stars unter den Farbedelsteinen. Allerdings sind sie auch äußerst selten, und die Vorkommen in Brasilien sind nahezu erschöpft, eine zweite Ader lieferte nur für Cabochons geeignetes Rohmaterial. Hoffnung machen neue Fundorte in Mosambik, und daher wird der Paraiba vorerst nicht zur Gänze verschwinden. Trotzdem handelt es sich hier nicht um Originale aus Brasilien, die mit Abstand am begehrtesten sind und die höchsten Preise auf dem Markt erzielen. Das „Schmuck Magazin” sprach über weitere Besonderheiten des Paraibas mit dem Farbedelsteinspezialisten Constantin Wild.

Web_ConstantinWildWarum wird der Paraiba derzeit so hoch gehandelt?
Constantin Wild: Diese Varietät des Turmalin weist sowohl Spuren von Kupfer als auch Mangan auf. Die prägnante Farbe der Steine macht den Paraiba wesentlich attraktiver als alle anderen Turmaline, seine Leuchtkraft ist unerreicht. Die Preise für den seltenen Stein explodieren förmlich.

Wie erklärt sich dieser Trend?
Die Nachfrage für Paraiba-Turmaline ist deutlich höher als das Angebot. Das unverkennbar neongrüne, blaue oder türkise Leuchten macht den Stein ungemein attraktiv. Steine sind aber selten auf dem Markt zu finden, vor allem Topsteine mit hoher Qualität sind sehr rar. Das erklärt natürlich auch die Preisexplosion.

Sehen Sie den Stein auf Augenhöhe mit Diamanten, Smaragden, Rubinen und Saphiren?
Der Paraiba-Turmalin spielt definitv in der gleichen Liga wie die genannten Edelsteine, die sogenannten „Big Four”. Mutter Natur bietet aber noch viel mehr Einzigartigkeiten. Meiner Meinung nach kann der Paraiba-Turmalin sogar noch höher angesiedelt werden. Allerdings ist es so, dass sich Diamanten vor allem in der Damenwelt nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen und Paraiba-Turmaline wohl eher Individualisten ansprechen werden.

Welche Zukunft prophezeien Sie dem Paraiba?
Der Zukunft für den Paraiba-Turmalin sehe ich optimistisch entgegen. Zwar herrscht eine starke Nachfrage und der Nachschub ist sehr knapp, jedoch ist er momentan noch gewährleistet.