Mythische Schmuckwelt

25. November 2016  
Gelistet unter: News, Spektrum

nordlaender_titelbildHeiße Tipps für die kalte Jahreszeit: die Designer des Nordens bezaubern mit raffinierten Kreationen und erfrischend innovativen Ansätzen. Schmuck, der einfach zu jeder Gelegenheit passt und so gut wie zu jedem Outfit das perfekte Extra darstellt.

Nebel über kristallklaren Gewässern, endlose Wälder mit Laub in allen Farben oder türkis schimmernde Nordlichter am sternenübersäten Himmelszelt: Inspiration finden Skandinaviens Designer zur Genüge vor. Nicht nur das Kreuz in der Flagge ist ein gemeinsames Merkmal der Länder im hohen Norden, sondern auch ihre atemberaubende Landschaft. Diese Impressionen spiegeln sich im Schmuckdesign wider. Der Blick aufs Wesentliche hat die skandinavischen Kreationen weltbekannt gemacht. Sie stehen für zeitloses Chic, erfrischend unaufgeregte Eleganz und großes handwerkliches Können. Von kühl und distanziert zu bunt und mit dem Schimmer von edlem Roségold – Abwechslung ist Trumpf im hohen Norden.

Im Interview: Charlotte Lynggaard von Ole Lynggaard Copenhagen 

Was sind aktuelle Schmucktrends im skandinavischen Raum?
Charlotte Lynggaard: Unser „Circus“-Thema hat alle Konzepte in diesem Jahr inspiriert und ist eine Hommage an den Geist der 1920er und 1930er Jahre. Die Farbpalette, mit der wir arbeiten, liegt zwischen roten und rosafarbenen Korallen, Rutilquarz, Bernstein, Serpentin, Türkis oder grauem Mondstein. Unser Schwerpunkt in diesem Herbst liegt auf Sternen, kleinen Diamanten und Perlen. Wir haben Perlen in vielen Kollektionen integriert und unser neues „Shooting Stars“-Konzept lanciert, bei dem es viele kleine Diamanten rund um Perlen gibt. 

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Wie wird Schmuck in Ihrer Manufaktur hergestellt?
Wir sind stolz darauf, Nordeuropas größte Schmuckwerkstatt zu haben. Mit 45 Goldschmieden, die heute noch die selben Techniken verwenden wie mein Vater im Jahr 1963, als er Ole Lynggaard Copenhagen gründete. Heute designe ich an der Seite meines Vaters. Wir entwerfen zwar beide unsere eigenen Kollektionen, aber man kann sehen, dass wir von derselben Kreativität und Leidenschaft für die Handwerkskunst angetrieben werden.

Was macht Ihren Schmuck einzigartig?
Kunsthandwerk ist an sich etwas Einzigartiges heutzutage, weil alles auf Massenkonsum und –produktion ausgerichtet ist. Als Goldschmiedin halte ich es aber für wichtig, unser Handwerk zu erhalten und an kommende Generationen weiterzugeben. So wie es einst mein Vater bei mir gemacht hat. Wir verwenden beste Qualität bei Metallen und Edelsteinen. Trotzdem legen wir Wert darauf, dass die Schmuckstücke alltagstauglich sind und nicht nur zu bestimmten Anlässen getragen werden können. Das macht den Schmuck auch zeitlos. 

Im Interview: Sif Jakobs von Sif Jakobs Jewellery

Was kennzeichnet skandinavischen Schmuck, besonders den aus Ihrem Land? Was ist das typische Design?
Sif Jakobs: Skandinavischer Schmuck ist sehr modern und stylisch. Er sticht mit einzigartigen Details hervor, wirkt aber niemals kompliziert. Dänische Frauen sind für gewöhnlich sehr zurückhaltend in ihrem Look, deshalb muss ihr Schmuck glänzen. Typisch dänischer Schmuck hält sich eher zurück. Bei meinem Schmuck ist es genau anders. Ich mag es, einen anderen Weg zu gehen, und war bei der Gründung von Sif Jakobs Jewellery fest entschlossen, dass ich Schmuck mit einem gewissen Aussehen und Glanz mache, der zu dieser Zeit nicht erhältlich war. 

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Welche Materialien und Edelsteine sind bedeutend für skandinavisches Schmuckdesign? Welche Schliffformen werden bevorzugt? Silber und Gold sind die bevorzugten Materialien sowie jegliche Art von transparenten Edelsteinen. Diamanten und Zirkonia werden sehr geschätzt, genauso wie Saphire in ihren vielen verschiedenen Farben. Hauptsächlich wird der klassische Brillantschliff verwendet – den kennen die Menschen –, wogegen der neuere Baguette-Schliff, den wir in unserer neuen „Corte Baguette“-Kollektion verwendet haben, sehr selten bei Silberschmuck vorkommt.

Wie wird Schmuck in Ihrer Manufaktur hergestellt?
Die Schmuckherstellung ist ein langer Prozess, der mit einer Idee von mir startet, wie der Schmuck aussehen soll. Ich zeichne per Hand einen Rohentwurf, anschließend wird das Schmuckstück mit den spezifischen Abmessungen und Details am Computer entworfen. Ich reise mehrmals im Jahr zu unseren Produzenten, um vor Ort jedes neue Stück durchzugehen, damit alles passt. Ich genieße diese Reisen, weil wir eine Menge Arbeit erledigen können, und es ist das erste Mal, dass ich die ganze Kollektion auf einen Blick im Vergleich sehe.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
Ich möchte weiterhin begehrenswerten Schmuck entwerfen, der dennoch für alle erschwinglich ist. Ich möchte zudem weiter meinen Weg gehen und das Ziel verfolgen, zu einer der meistbeachteten Schmuckmarken zu werden. sjj_239e_frei