Made to Move

25. August 2017  
Gelistet unter: Design, News

 

Die Faszination der Bewegung verzaubert auch beim Schmuckdesign. Jeder schaut wie gebannt auf das geschmeidige Fließen, Rollen, Schaukeln, Gleiten und versucht, der zugrunde liegenden Mechanik auf die Schliche zu kommen. Wir präsentieren Highlights dazu. 

Verwandlungskünstler

 

Jörg Heinz hat den Dreh raus: Hier wird die hohe Schule der Bewegungstechnik beim Schmuck zelebriert. Die Kollektion überrascht mit hochkarätigen Versteckspielen und einer Vielzahl von Variationsmöglichkeiten – auf qualitativ höchstem Niveau.

Öffnen und schließen, drehen und wenden – über die Jahre weg entwickelte sich Jörg Heinz zum Verwandlungskünstler. Das Thema wurde der Schmuckmanufaktur aus Pforzheim „in die Wiege gelegt“. Denn mit der Erfindung des ersten variablen Schmucksystems in den 1970er Jahren, mit auswechselbaren Schließen und Ketten, wuchsen der Spaß und das Know-how im spielerischen Umgang mit Handwerk und Technik.

Die Gestaltung von in sich selbst wandelbaren Schmuckstücken war somit nur eine Frage der Zeit. „Unsere Begeisterung für technische Raffinessen begünstigte natürlich diese Entwicklung“, berichtet Martin Heinz schmunzelnd. Die erste „(Ver-)Zauberin“ war 2009 die „Mystery Sphere“, eine Schmuckkugel mit einer verführerischen Außenhülle und einem kostbaren Inneren. Durch einen sanften Klick verwandelt sich die Mystery Sphere und gewährt neue Einblicke. Heute ist sie ein Evergreen im Verkauf, der zusätzlich durch die enthaltene Wechselschließentechnik überzeugt, für die Jörg Heinz besonders bekannt ist. „Durch die unterschiedlichen Größen von 13 bis 20 mm Durchmesser sowie die zahlreichen Möglichkeiten zur Ausgestaltung können wir Wünsche in vielen Preislagen erfüllen“, so Martin Heinz, der sich die Geschäftsführung mit seinem jüngeren Bruder Lars teilt. „Aktuell sind auch die Ringe und Armreife der ‚2play Collection’ sowie alle Schmuckstücke der ‚(e)motion’- und ‚Magic Pendant’-petit-Linien mit Soft-Touch-Funktion besonders beliebt. Den größten Wow-Effekt erzeugen aber immer noch unsere klassischen ‚Magic Pendant’- und ‚Companion’-Anhänger, die jedoch in ihrer ganz eigenen Liga spielen.“ Was ist es wohl, das die Menschen so sehr an den Schmuckstücken mit „Move“ fasziniert? Martin Heinz: „Zum einen die Verwandlungsmöglichkeit an sich. Die Idee, etwas selbst gestalten und dem eigenen Look im Handumdrehen anpassen zu können. Hinzu kommt sicher die Faszination für die technische Ausführung in diesen winzig kleinen Dimensionen. Und auch das Qualitätserlebnis von Verarbeitung und Material spielt eine Rolle, das bei unserem Schmuck nicht nur visuell, sondern vor allem fühl- und hörbar ist.“ Tatsächlich geben die feinen Klick-Geräusche bei jeder Verwandlung ein positives Feedback.
Nicht zu vergessen die Möglichkeit, ganz individuelle Schmuckstücke zu kreieren, denn die einzelnen Elemente der jeweiligen Linien können in ihrer Kombination meist frei vom Kunden gewählt werden. „Alleine der klassische ‚Magic Pendant’ mit seinen unter anderem drei ‚Gesichtern’ bietet rund 1,7 Millionen theoretische Kombinationsmöglichkeiten“, nennt Martin Heinz eine unglaubliche Zahl von Varianten. 

Der Umgang mit den wandelbaren Schmuckstücken macht richtig Spaß, aber auch neugierig. Wie funktioniert denn das, fragt sich jeder? Martin Heinz: „Die Kunst liegt darin, möglichst einfache Techniken zu entwickeln, die leicht und spielerisch sind. Manche Schmuckstücke verfügen über einen vermeintlich simplen Federmechanismus, dessen Federn jedoch einzigartig sind und erst neu erdacht werden mussten. Andere haben ein kompliziertes Werk aus ineinander greifenden ‚Zahnrädchen’ und Elementen, die Millimeter genau aufeinander angepasst sind. Sie sind ‚kompliziert einfach’.“

Die Verwandlungskünstler mit Karat und Klick begeistern nicht nur Käufer und Träger, sondern jeden, der beim Spiel mit den Schmuckelementen Zeuge wird – mal mehr und mal weniger zufällig. Sind die variablen Anhänger, Ringe und Schließen doch geradezu gemacht, um „vorgeführt“ zu werden. Erst Hingucker und dann Gesprächsthema! Umgekehrt bieten sie aber auch die Möglichkeit, eine Kostbarkeit oder ein persönliches Geheimnis mit einem Klick vor der Umwelt zu verbergen.

Ring im Ring 

Typisch Jörg Kaiser: Fest und doch frei. Mit dem Ring im Ring gelang Jörg Kaiser ein echtes „Bewegungstalent“. Die Schmuckmanufaktur im badischen Bischweier mit dem ausgeprägten Gespür für Formen und Funktionen fertigt den außergewöhnlichen Schmuck seit nunmehr 20 Jahren – ein Klassiker, der nichts an Aktualität verloren hat. „Die Kunden schätzen und lieben den besonderen Tragekomfort ebenso wie das raffinierte und doch schlichte Design. Trotz seines teilweise voluminösen Aussehens gleitet der Ring leicht über den Finger und schmiegt sich wie selbstverständlich an die Hand. Für Paare nimmt die Symbolik von zwei Elementen, die eins werden, Gestalt an, macht die Ringe damit zu ganz besonderen Trau- oder Partnerringen“, so Martina Kaiser.1998 wurde der Ring im Ring mit dem Red Dot Design Award des Designzentrums NRW ausgezeichnet.