In edler Mission – Fairtrade Gold

6. Februar 2018  
Gelistet unter: Spektrum

Wir kaufen Fairtrade-Kaffee, Fairtrade-Kakao und Fairtrade-Bananen. Und auch in puncto Gold wächst das Bewusstsein, sich für fair produziertes Edelmetall zu entscheiden – sowohl auf Händler- als auch auf Kundenseite. Goldschmied Jan Spille gilt als Pionier der Fairtrade-Schmuckbranche und setzt sich vor Ort für bessere Arbeitsbedingungen im Goldbergbau ein. Das „Schmuck Magazin“ zeichnet seine letzte Reise in Kenia und Uganda nach.

Konventioneller Bergbau

 

Es ist eng, heiß und beklemmend. Als Jan Spille mit einem Arbeiter durch die dunklen Gänge einer konventionellen Goldmine in Afrika kriecht, wird eines schnell klar: Hier herrschen katastrophale Arbeits- und Lebensbedingungen. Sich vor Ort ein Bild von der vorherrschenden Situation zu machen, ist für den Goldschmied aber unabdingbar. 

Jan Spille und sein Schmuck-atelier zählen zu den ersten Trägern des Fairtrade-Gold-Siegels. Für sein Engagement, bei der Herstellung seines Schmucks auf fair und ökologisch gefördertes Gold zu setzen, wurde er zudem mit dem Fairtrade-Award ausgezeichnet. Das Tragen des Fairtrade-Gold-Siegels geht mit dem Versprechen einher, dass Fairtrade-Gold auch tatsächlich in derart punzierten Schmuckstücken enthalten sein muss. Um dies sicherzustellen, unternimmt Jan Spille regelmäßig Reisen zu den Orten des Goldabbaus.

Die Reise nach Kenia und Uganda erzählt eine Geschichte der Goldgewinnung, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Zu Besuch bei einer konventionellen Kleinbau-goldmine wird Jan Spille mit einem erschreckenden Bild konfrontiert: „Die Menschen arbeiten in abgerissener Kleidung ohne jede Form des Arbeitsschutzes. Männer gehen ohne Helme und barfuß in die Minen und bauen Golderze ab. Frauen waschen mit bloßen Händen Gold mit giftigem Quecksilber aus. Überall Kinderarbeit, verseuchte Erde und Wasser, und von der angrenzenden Cyanid-Anlage weht toxischer Staub über die Felder.“ Nach Schätzungen der UNO arbeiten weltweit über 15 bis 20 Millionen Kleinschürfer unter unmenschlichen Bedingungen im Goldbergbau – ein Drittel davon sind Frauen und Kinder.

Bergbaukooperative SAMA

 

Ein ganz anderes Bild ergibt sich bei der Besichtigung der seit 2017 Fairtrade-zertifizierten Bergbaukooperative SAMA. Die Goldschürfer sind damit die Ersten des afrikanischen Kontinents, die sich über eine solche Zertifizierung freuen dürfen. Hier hat man es geschafft, gleichberechtigtes Arbeiten von Männern und Frauen einzuführen. 

Die betriebenen Minen sind fachgerecht abgesichert, es gibt Arbeitsschutzkleidung wie Helme und Staubmasken, und Kinderarbeit ist strengstens verboten. Zudem ermöglichen neue Bergbautechniken, dass in Zukunft völlig auf den Einsatz von Quecksilber und Cyanid verzichtet werden kann. Für Jan Spille war die Reise nach Afrika ein weiterer wichtiger Schritt seiner Aufklärungsarbeit. Schon bald wird das erste Fairtrade-Gold aus Afrika in seinem Schmuckatelier verarbeitet werden.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der Ausgabe 1/18 des Schmuck Magazin.