High Society

22. November 2016  
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titelbildKöniginnen tragen sie beim Staatsempfang, Stars auf dem roten Teppich: Funkelnde Juwelen von hohem Wert. Stücke aus einer Traumwelt? Keinesfalls! Denn High Jewelry, der Schmuck für die (aber nicht nur für die) vielzitierten „Oberen Zehntausend“, wird gekauft und getragen. Insbesondere zur Zeit der Feste. 

Wenn Chopard die Schönsten der Schönen für ihren Auftritt in Cannes ausstattet, wenn Bulgari bei der Oscar-Verleihung Hillary Swank einen Ring ansteckt und De Grisogono Ohrschmuck für Charlotte Rampling spendiert, dann sind das Leihgaben. Nicht selten zum Bedauern der Diven. Die Damen, die derart kostbare Preziosen ihr Eigen nennen, meiden in der Regel das Rampenlicht. Zumindest in Deutschland, wo feine Juwelen geschätzt, aber nicht zur Schau gestellt werden. Andreas Milisenda von der Diamantschmuckmanufaktur Hans D. Krieger in Idar-Oberstein, meint: „Auch bei uns ist High Jewelry durchaus begehrt, allerdings wird das Thema eher mit Understatement behandelt. Die Mentalität der Kunden unterscheidet sich hierzulande zum Beispiel von der in asiatischen Ländern. „Wenn eine Frau in Deutschland einen Einkaräter besitzt, sagt sie in der Regel: ,Ich brauche keinen zweiten.‘ Eine Frau in Asien sagt: ,Ich wünsche mir einen zweiten oder besser noch einen Zweikaräter‘!“

Dem Wert der Schmuckstücke ist nach oben hin keine Grenze gesetzt. „Da werden schon auch einmal sechsstellige Beträge für ein Collier ausgegeben“, bestätigt Milisenda, aber: „Die Kunden, für die wir so etwas fertigen, schätzen Diskretion.“ Auf den wertvollsten Stücken aus der Idar-Obersteiner Diamantschmiede funkeln pinkfarbene bis rote Diamanten, die wegen ihrer Seltenheit besonders kostbar sind. Schmuckträume mit Diamanten sind jedoch nicht nur für die „High Society“ da – wer einen vierstelligen Betrag investiert, findet schon feine Preziosen und prachtvolle Schmuckstücke.

Diamantschmuck in höchster Qualität ist zeitlos! Und dennoch lassen sich Trends beobachten, wie Andreas Milisenda bemerkt: „Naturfarbene Diamanten werden immer beliebter, insbesondere zimtfarbene Töne treffen den Geschmack der Käufer. Große Steine ab 5 Karat, insbesondere in der Trendfarbe Zimt, sind inzwischen sehr selten geworden.“ Trotzdem kein Tipp für clevere Geldanleger. Milisenda zum Beispiel erachtet Schmuckstücke mit kostbaren Diamanten eher als Kunst­objekte, denn als Wertanlage.

Interview mit Uschi Prinzessin zu Hohenlohe-Öhringen

Bei welchen Festen und Events werden „große“ Juwelen getragen?
Uschi Prinzessin zu Hohenlohe: Auf jeden Fall zu großen Hochzeiten, Geburtstagsgalas, Opernpremieren in München, Bayreuth und Salzburg.

Sind es die so genannten „oberen Zehntausend“, die sich gerne mit High Jewelry schmücken? Wer trägt den teuersten Schmuck?
Es ist vor allem der Geldadel, der sich gerne mit High Jewelry schmückt. Bei den Juwelen, die sich im Besitz der großen Adelsfamilien befinden, handelt es sich zum Großteil um Erbstücke, die vor allem ideellen Wert und eine Geschichte haben, die von Generation zu Generation weiter gereicht wird.

Bei welchen Gelegenheiten werden diese Erbstücke gezeigt? prinzessin_hohnenlohe-imago52899057h
Bei großen Adelshochzeiten ist es durchaus üblich, den Familienschmuck aus dem Safe zu holen. Auch bei einem Staatsbankett anlässlich eines königlichen Besuches gehören Diademe bei den Damen und funkelnde Orden bei den Herren zum großen Auftritt.

Wie weit verbreitet ist bei uns das Tragen von ausgeliehenem Schmuck – nach dem Beispiel von Filmfestspielen?
Bei Filmfestspielen wie in Cannes ist es für die berühmten Juwelierhäuser von unbezahlbarem Wert, dass die „Stars“ deren Schmuck tragen. Einen größeren PR-Effekt kann man sich nicht wünschen, als wenn beispielsweise Angelina Jolie auf dem roten Teppich Ohrgehänge von Chopard trägt. Auch bei uns ist es durchaus üblich, dass Schauspieler und Schauspielerinnen für ihren Auftritt Schmuck oder Uhren ausgeliehen bekommen.

Fope

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Aus der Kollektion „Mia Luce“ der italienischen Schmuckmanufaktur Fope: Ring aus 18 Kt. Gold mit feinsten Diamanten, die das Kurvendesign die Linie betonen