Hessischer Staatspreis geht an Steffi Götze

30. August 2016  
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tendence_Hessischer_Staatspreis_Stefanie_Goetze_ps_04Im Rahmen der Verleihung des diesjährigen Hessischen Staatspreises ist die Berliner Emaille-Künstlerin Steffi Götz für ihren zeitgenössischen Schmuck mit dem neu geschaffenen Förderpreis ausgezeichnet worden. 

Die Jury zeichnet mit dem Förderpreis die im Sonderareal „Talents“ präsente Steffi Götze aus. Sie lasse hinsichtlich Gestaltung, Formgebung und Qualität der Ausführung ihrer Arbeiten überdurch­schnittliche Fähigkeit erkennen. Götzes Arbeiten überzeugen die Jury durch ihre Extravaganz und Individualität: „Emaillieren geht als Begriff der Kunstgeschichte auf eine jahrtausendealte Tradition zurück und ist eine faszinierende Möglichkeit, Schmuck mit Farben zu bereichern und reizvoll zu gestalten. Dieses gelingt Steffi Götze in einer außergewöhnlichen Art und Weise. Ihrer Arbeit liegt die Idee des Kontrastes zugrunde. Die von ihr in ausgefallenen Formen, geometrischer Struktur und dezenten Farben gestalteten Schmuckstücke werden so zu einem edlen Solitär.“

Götze selbst charakterisiert die Machart ihrer Stücke als „Zeichnen in der Luft“: Der als Träger für die filigranen Emailleflächen eingesetzte Silberdraht schaffe Volumen. So entstehe ein „Dialog zwischen Werkstück, Betrachter und Träger. Die Räume stehen für Kontraste, zum Beispiel Innen und Außen, Erinnern und Vergessen und fordern dazu auf, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.“

Steffi Götze hat ihr Handwerk im spanischen Sevilla an der Kunst­schule gelernt und in Frankreich bei einem Emailleur vertieft. Der Werkstoff Emaille ist nah dem Feuer, ist kräftig, filigran und sensibel zugleich. Sie fertigt daraus Schmuck, vor allem Broschen in hellen Pastelltönen, „die“, so Götze, „wie ein weißes Blatt Papier offen sind für eigene Interpretationen“. In ihrem Atelier in Berlin arbeitet sie an neuen Objekten, stellt in Galerien aus, beteiligt sich an Wettbewerben – denn sie will sich entwickeln, weiter an den Formen arbeiten.

Die Jury
Zur fünfköpfigen Jury zählen – neben der Preisträgerin des letzten Jahres, Weidenflechterin Diana Stegemann – Britt Fröse von der Handwerkskammer Wiesbaden, Lutz Schell-Peters als Leiter der Werkakademie in Kassel, Petra Herr als Beraterin für Formgebung und Absatzförderung der Handwerkskammer Kassel, und die Galeristin aus Hochheim, Rosemarie Jäger.

Der Hessische Staatspreis
Der Hessische Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk wurde 1951 als erster Staatspreis in Deutschland auf Anregung von Kunsthandwerk Hessen e. V. vom damaligen Hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn gestiftet. Er wird traditionell im Rahmen der Frankfurter Konsumgütermesse Tendence verliehen.