Geschliffene Fantasien

25. August 2016  
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Web_HahnDiamanten begeistern von Natur aus, aber erst die richtige Veredelung lässt sie zu echten Unikaten werden. Fantasieschliffe erzeugen Neue Formen und machen dadurch einzigartige Kreationen möglich. 

Ein passender Schliff vollendet jeden Diamanten oder Farbedelstein und gibt ihm sein charakteristisches Aussehen. Neben dem klassischen Brillant-schliff – mit 57 Facetten und einer ausgezeichneten Brillanz – existieren noch viele weitere Schliffarten, die allesamt zu den sogenannten Fantasieschliffen (Fantasy Cuts) zählen. Im letzten Jahrhundert entstanden viele Spielarten – am populärsten ist der Princess-Cut, der eine gute Alternative zum Brillantschliff darstellt. Auch der wunderschöne und edle Smaragdschliff ist sehr beliebt. Weitere Schliffformen sind der Oval-Diamant, Tropfen, Marquise oder auch spezielle Cuts des berühmten Schleifers Gabi S. Tolkowsky (siehe Beispiele). Fantasieschliffe wie der Seashell- oder Gabrielle®-Cut finden hauptsächlich im Designbereich Verwendung, wo Individualität und Einzigartigkeit gefragt sind. Vor allem in Asien und den USA sind diese Varianten stärker nachgefragt als im eher konservativen Europa. Eines ist aber allen gemeinsam: Ein Schliff versucht immer das Beste aus einem Diamanten herauszuholen. Ausgangspunkt ist dabei stets die natürliche Form des Steins.

Drei Fragen an Dieter Hahn:

Was versteht man unter einem Fantasieschliff?
Dieter Hahn: Als Fantasieschliff bezeichnet man jeden Stein, der nicht als Brillant geschliffen wird. Als Brillanten beschreibt man nur die geschliffenen Diamanten, die in runder Form den ganz speziellen Schliff mit 57 Facetten aufweisen. Alle anderen Schliffarten fallen dann unter die sogenannten
Fantasieschliffe, zum Beispiel der Tropfen-, Marquise- oder Baguetteschliff, um nur einige zu nennen.

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Welche Fantasieschliffe gibt es, und welche liegen derzeit besonders im Trend? Es gibt eine Vielzahl an Fantasieschliffen. Auch die moderne Lasertechnik macht neue Schliffarten möglich. Tatsächlich sind für Mittel- und Südeuropa verschiedene Trends auszumachen. Der Princess- oder Smaragdschliff ist besonders in Mitteleuropa beliebt, wohingegen in Südeuropa eher Marquise-, Herz- und Tropfenschliff gefragt sind. Mit der Schliffform versucht man immer, das beste Gewichtsergebnis aus dem Rohdiamanten zu bekommen. Die von der Natur geschaffene Form des Rohsteins gibt die Bearbeitung quasi vor.

 

Wie viel Prozent machen Fantasieschliffe im Gegensatz zum Brillantschliff aus?
Der Brillantschliff ist sehr beliebt und macht mit 70 zu 30 Prozent den größeren Teil aus. 

Ladyheart-Cut

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Ring von Tiffany & Co.