Die schönsten Edelsteine

24. November 2017  
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Fragt man Experten nach den begehrenswertesten Edelsteinen der Welt, werden immer die vier Namen Diamant, Saphir, Rubin und Smaragd genannt. Wir haben uns auf Spurensuche begeben und die wichtigsten Informationen über die Entstehungsgeschichte, Schönheit und Bedeutung dieser einzigartigen Edelsteine zusammengetragen. 

 

Diamant – Funkelndes Feuer 

 

Der Diamant ist der König unter den Edelsteinen; sein glitzerndes Erscheinungsbild fasziniert schon seit Urzeiten die Menschen. Aus kubisch kristallisiertem Kohlenstoff bestehend und mit einer Mohshärte von 10 ist er der härteste unter den Edelsteinen, daher leitet er sich nicht umsonst vom griechischen Wort „adamas“ ab, was so viel wie „der Unbezwingbare“ bedeutet. Wertbestimmende Faktoren sind beim Diamanten die vier Cs, Color (Farbe), Clarity (Reinheit), Carat (Gewicht) und Cut (Schliff).

 
Cardillac: Ring „Embrace“, aus 18 Kt. Weißgold mit einem Diamanten (0,50 ct)
 

Auf Grund ihrer Schönheit, Seltenheit und Begehrtheit stellt sich für Kunden immer wieder die Frage, ob Diamanten eine Wertanlange sind oder nicht. Dazu sagt der Wiener Diamantexperte Alexander Skrein: „Diamanten als Wertanlage anzubieten halte ich, wenn man sich nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, den Kunden gegenüber für höchst bedenklich.“ Diamanten sollte man daher nicht als ein klassisches Spekulationsobjekt betrachten, sondern sich vielmehr am emotionalen Wert erfreuen, den Diamantschmuck bietet. Der beliebteste Diamantschliff ist der runde Brillantschliff mit 57 Facetten, da er den Diamanten in einem unvergleichlichen Feuer erstrahlen lässt. Ein historischer Diamantschliff ist hingegen der „old mine brilliant-cut“, in dem der berühmte Grand Mazarin Diamant von ca. 19,07 ct, der früher zu den französischen Kronjuwelen gehörte und im November 2017 bei Christie’s versteigert wird, geschliffen ist. Bekannte Diamantminen sind in Indien die Golconda-Minen, aus der der Grand Mazarin Diamant entstammt, und die Kimberley-Mine in Südafrika.

Richard Hans Becker: Ring „Vintage“ aus 18 Kt. Gold mit Rubinen und Brillanten.

Rubin – Leuchtendes Rot

 

Der leuchtend rote Rubin gehört zur Korund-Gruppe; es handelt sich um das zweithärteste Mineral mit einer Mohshärte von 9. Seine Rotfärbung erhält der Rubin durch Spuren von Chrom. Die besten Rubinqualitäten lassen sich in Burma im legendären Mogok-Tal nachweisen. Rubine aus den Minen von Mogok zeichnen sich durch ihre unvergleichliche taubenblutrote Farbe, eine feurig rote Floureszenz und kleine, feine Nadeln aus Rutil – auch Seide genannt – aus.

 

Sind im Rubin die Rutilnadeln orientiert und überkreuzend eingelagert, so kann man im Licht ein besonderes optisches Phänomen erkennen: einen Stern. Rubine werden im Schmuck meist zusammen mit Diamanten gefasst, eine exquisite Kombination, die der Trägerin eine königliche Aura verleiht. Ein herausragendes Schmuckstück mit Rubinen wurde dieses Jahr von Faidee auf der Baselworld präsentiert, das „Grand Phoenix“-Collier, besetzt mit 24 taubenblutroten burmesischen Rubinen von einzigartiger Qualität und Größe (von 1–6 ct.). Das „Grand Phoenix“-Collier wird auf über 35 Mio. US-Dollar geschätzt.

 

Saphir – Blau wie der Himmel

 

Mit Saphir assoziiert man für gewöhnlich die blaue Varietät des Minerals Korund; er kann in weiteren Farben, wie Weiß, Pink oder Gelb, auftreten. Da der Saphir auch zur Korund-Gruppe gehört, hat er die gleichen physikalischen Eigenschaften wie der Rubin. Seine charakteristische Blaufärbung erhält der Saphir durch Eisen. Die feinste Farbe von Saphiren ist das sogenannte Kornblumenblau, das sich vor allem in Kaschmir findet. Weitere Fundgebiete sind Sri Lanka, Indien und Madagaskar.

 
de Grisogono: Armreif „Ventaglio“ aus 18 Kt. Weißgold, besetzt mit blauen und pastellblauen Saphiren

Zu den berühmten Saphiren zählt sicherlich der Ceylon Saphir im Verlobungsring von Lady Diana, den heute die Ehefrau von Prinz William, Catherine, Duchess of Cambridge, trägt. Umgeben von 14 Diamanten, ist der Verlobungsring ein elegantes, zeitloses Stück. Besonders selten sind Saphire, die im Licht das optische Phänomen des Asterismus – einen Stern – zeigen. Der größte und berühmteste Sternsaphir ist der „Stern von Indien”, der ein Gewicht von 563 ct hat und heute im American Museum of Natural History bestaunt werden kann.

Ring „Fusion“ aus 18 Kt. Gelbold mit Smaragden in Pavé-Fassung.

Smaragde – Eine Augenweide

 

Tiefgrüne Smaragde aus Kolumbien sind legendär: In der indianischen Mythologie der Bevölkerung der Anden gelten Smaragde als die Tränen, die eine Prinzessin über den Tod ihres geliebten Prinzen vergossen hat. Smaragde gehören zur Mineralgruppe der Berylle und sind die mit Spuren von Chrom grün gefärbte Varietät des Minerals. Der Edelstein ist nach dem griechischen Wort „smaragdos“ benannt, was soviel wie „grüner Stein“ bedeutet. 

 

Meist sind die Smaragde von Rissen durchzogen und daher gerne getrübt, was unter Umständen eine Behandlung, zum Beispiel mit Zedernöl, erforderlich macht. Das Rissbild im Inneren von Smaragden nennt man auch „Jardin“, da es an einen Garten erinnert. Da Smaragde gegen Stöße empfindlich sind, wurde eigens der Smaragdschliff entwickelt, ein sogenannter Treppenschliff, bei dem die vier Ecken durch Facetten abgestumpft sind.
Wichtige Fundstätten liegen in Kolumbien, Brasilien, Simbabwe und im Ural in Russland. Die weltweit feinsten Smaragdqualitäten finden sich – nach wie vor – in der berühmten Muzo-Mine in Kolumbien, die seit über fünf Jahrhunderten in Betrieb ist. Aufgrund ihrer Größe, Reinheit und idealen Farbe – ein sattes, pures und leuchtendes Grün – sind Smaragde aus der Muzo-Mine der Maßstab, an dem sich weltweit sämtliche Smaragde messen lassen müssen. Die zweite bekannte, kolumbianische Smaragd-Mine befindet sich in Chivor, die allerdings Smaragde in gelblichem und bläulichem Grün und mit geringerer Farbsättigung hervorbringt. 

Fragt man nach berühmten historischen Smaragden, so ist der 2,205 ct schwere Smaragd in der Schatzkammer Wien zu nennen, aus dem ein 12 cm hoher Salbenkrug geschnitten wurde.