Der Rutilquarz

25. August 2017  
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Foto: Bigli

Dem Betrachter eröffnet sich beim Blick in einen Rutilquarz eine bizarre Welt: Wie „eingefroren“ erscheinen im Bergkristall oder Rauchquarz haar- und nadelförmige Einschlüsse von Rutil. Das 1803 von dem Mineralogen Abraham Gottlob Werner entdeckte Mineral Rutil besteht aus Titandioxid; der Name leitet sich vom lateinischen Wort „rutilus“ ab, was soviel wie „rot“ oder „rötlich“ bedeutet. 

Quarz mit Rutileinschlüsse

 

Rutileinschlüsse gibt es in der Farbe Rot, aber auch Gelb, Rotbraun, Braun, Braungelb oder Schwarz sind vertreten. Je nachdem, wie das Rutil in einen Kristall eingewachsen ist, entstehen faszinierende Einschlussbilder und Lichteffekte. Gerade dieser Umstand macht das Rutilquarz so attraktiv für Schmuckdesigner, denn jedes Schmuckstück besitzt Kunst- und Unikatcharakter. Bei Rutilquarz ist somit erwünscht, was im Normalfall bei Edelsteinen als Negativkriterium gilt, nämlich im Besitz möglichst vieler interessanter und sichtbarer Einschlüsse zu sein.

Foto: Erich Zimmermann

Besonders beliebt sind bei Edelsteinsammlern und -liebhabern sechsstrahlige Rutilsterne. Diese sind in Rohsteinen zwar recht häufig zu finden, jedoch sind sie oft so orientiert, dass eine gute Erkennbarkeit von vorn – nach dem Schleifen – nicht gewährleistet ist. Prinzipiell werden Bergkristall und Rauchquarz in größeren Mengen gefunden; beste Rohsteine mit fantasievollen Rutileinschlüssen sind eher selten. Daher haben Rutilquarze von höchster Qualität ihren Preis, der sich durch ihre Einzigartigkeit rechtfertigt.

Viele Hersteller arbeiten schon lange mit dem interessanten und vielfältigen Rutilquarz, andere haben den Edelstein für sich neu entdeckt. Wir präsentieren die verschiedensten Beispiele – von anmutig bis ausdrucksstark.

Rutilquarz ist einzigartig

 

Unter den Schmuck-Designern ist man sich einig: Rutilquarze sind so einzigartig wie die Trägerinnen der daraus gefertigten Schmuckstücke. Wir sprachen mit Tamara Comolli, Laurence Aerens von Bigli und Peter Schmid von Atelier Zobel über die Besonderheiten des Steins. 

Wie sich an den verschiedenen Kollektionen von Bigli unschwer erkennen lässt, ist der auch als Engelshaar bekannte Rutilquarz ein beliebter Stein des Schmucklabels. Jeder Stein wird sorgfältig ausgewählt und in der passenden Form geschliffen. Bei Bigli bevorzugt man den Cabochon-Schliff und die Kombination des Steins mit Roségold. Die einzelnen Steine werden mit höchster Sorgfalt nach ihren Mustern ausgewählt. Laurence Aerens erzählt uns: „Rutilquarz ist einer meiner Lieblingssteine. Die Rutilnadeln formen wunderschöne Muster, wie kleine Skulpturen ziehen sie sich durch den Quarz. Jeder Stein ist einzigartig und unverkennbar: Es ist, als würde man sein ganz eigenes kleines Kunstwerk tragen.“ Die nadeligen Einschlüsse aus Rutil machen den Quarz zu etwas ganz Besonderem. Die Farbvarietäten hängen ganz von der Intensität der Färbung der Rutilnadeln ab und können von Goldgelb bis Kupferrot und Schwarz gehen.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der Ausgabe 3/17 des Schmuck Magazin.