Blaues Wunder

27. Mai 2015  
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Schmuck_Richard_Hans_BeckerMit ihrer natürlich-frischen Ausstrahlung versetzen aquafarbene Edelsteine Designer und Trägerinnen zugleich in Urlaubsstimmung. Kein Wunder, dass sie pünktlich zum Sommer ihren Platz an der Spitze der Edelsteine zurückerobern.

Schmuck_Gianfranco_Bigli

Von dem friedlichen Plätschern eines kleinen Baches und den Weiten des Horizonts bis hin zu aufregenden Wellen und den unergründbaren Tiefen des Meeres – blaue Farbedelsteine rufen vielerart Assoziationen hervor. Denn Blau ist nicht nur bei Männern wie Frauen der Liebling der Farbpalette, sondern gilt in der Farbpsychologie sogar als meditative Farbe. Als solche soll sie Erholung vom Alltagsstress ermöglichen und die Sehnsucht nach der Ferne und der unendlichen Weite wecken.

Eine längere Reise muss auch in Kauf genommen werden, wenn man die kleinen Kostbarkeiten an ihren Ursprungs­orten entdecken möchte. So findet man den Blautopas haupt­sächlich in Brasilien, Sri Lanka, Nigeria und China. Dabei erhält der Edelstein je nach Farbschattierung liebevolle Phantasie­namen: Während „Sky blue“ für einen sehr hellen Blauton steht, wird er bei mittlerer Intensität als „Swiss blue“ bezeichnet. Am dunkelsten ist wiederum der „London blue“. Dank seiner guten Verfügbarkeit ist der Blautopas mittlerweile zu vergleichsweise günstigen Preisen erhältlich.

 

Eine noch speziellere Stellung im hochwertigen, Schmuck_Andrew_Geogheganmodernen Schmuckdesign hat daher schon längst der Aquamarin eingenommen. Auch Hans-Joachim Becker, Geschäftsführer von Richard Hans Becker, ist von der Beliebtheit des Edelsteins überzeugt: „Der Aquamarin ist seit 30 Jahren einer unserer Top-3- Steine. Immer vorne dabei.“ Der Legende nach sollen Aquamarine direkt aus dem Schatzkästchen der Meerjungfrauen stammen und nur durch Seepferdchen ans Ufer und damit an den Menschen gelangt sein. Eine schöne Vorstellung, spiegeln sich in dem „Wasser des Meeres“, wie die wörtliche Übersetzung des Aqua­marins lautet, doch alle Facetten des Ozeans wider. Über den äußerst rar gewordenen Santa Maria, welcher aus der erschöpften, gleichnamigen Mine in Brasilien stammt, sprachen wir auch mit Nicole Ripp in unserem Expertentipp (mehr dazu lesen Sie in Ausgabe 2/2015).

Ein fast schon royales Flair versprüht wiederum der Saphir, der als einer der edelsten und kostbarsten Steine überhaupt gilt. Bereits im Mittelalter und in der Renaissance wurde er von Päpsten und Bischöfen getragen und zierte seitdem unzählige Königs- und Kaiser­kronen. Von vielen Frauen als Stein auf ihrem Verlobungsring gewünscht, steht er für besondere Treue und Zuverlässigkeit.

Daneben gibt es jedoch einige weitere Schätze, die ebenfalls besondere Beachtung ver­dienen. „Wir arbeiten sehr viel mit dem Tansanit, weil wir damit auch große Erfolge haben“, berichtet Hans-Joachim Becker. Von diesem Edelstein gibt es weltweit nur eine Fundstelle, nämlich am Fuße des Kilimandscharos in Tansania. Der begehrteste Tansanit ist äußerst rein und weist schwache violette Reflexionen auf.

Im Gegensatz dazu hat der Iolith einen kleinen Schönheitsmakel, da er aus einer bestimmten Perspektive immer leicht grau schimmert. Genau darum wurde er wohl auf dem Schmuckmarkt nie so richtig angenommen. Dasselbe trifft auch auf den Indigolith zu, wenn auch aus einem völlig anderen Grund: Der Farb­edelstein, der im Grunde genommen ein blauer Turmalin ist, ist einfach zu selten und damit auch zu teuer. Hans-Joachim Becker hierzu: „Einen blauen Turmalin zu finden, der nicht nur einen grünbläulichen Stich hat, sondern wirklich blau ist, das ist extrem rar. Der Indigolith geht schon eher in Richtung Sammleredelstein. Man hat ihn nicht oft auf dem Tisch.“ Seinen Platz in unserer aquafarbenen Schatz­kiste hat er sich in jedem Fall verdient.