Ausstellung Orientalische Blankwaffen in Hanau

5. April 2016  
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In der Ausstellung Orientalische Blankwaffen präsentiert das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau vom 24. April bis zum 28. September 2016 ausgewählte Stücke einer umfangreichen, privaten Sammlung. Zu sehen sind knapp 100 Arbeiten islamischer Goldschmiede- und Waffenkunst, unter anderem von der Arabischen Halbinsel, aus Nordafrika, der Türkei und Indien.

Die Schau widmet sich zwei Typen von islamischen Dolchen: der Jambya, die regional auch als Khanjar bezeichnet werden kann, und die Koumya. Hauptaugenmerk liegt auf der handwerklichen Ausgestaltung der Stücke als Schmuckgegenstand.

Insbesondere auf die künstlerische Zusammenstellung der Scheiden und Hefte wurde großer Wert gelegt. Dementsprechend vielfältig ist ihr Erscheinungsbild. Mit unterschiedlichsten Techniken werden die Oberflächen verziert und ornamental gegliedert. Die Varianten reichen von streng ornamentalem Dekor bis hin zu aufwendigen, floralen Motiven. Das vorherrschende Material ist Silber, vereinzelt kommt Gold zum Einsatz. Die Verarbeitung von Email, Glas- und Schmucksteinen nimmt ebenfalls eine untergeordnete Rolle ein.

Der Großteil der ausgestellten Stücke stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Während die Jambya weite Verbreitung in der arabischen Welt findet, ist die Koumya hauptsächlich im Süden Marokkos anzutreffen. Beide Typen gehören traditionell in arabischen Ländern zur männlichen Tracht und werden vor dem Körper getragen. Bei der Jambya dient hierzu ein Gürtel, der zusätzlich Platz für diverse Behälter und Gefäße aufweist, während die Koumya an einem Bandolier getragen wird. Wie auch die Dolche selbst, können die Gürtel und Riemen, die zum Halt dienen, mit kostbaren Ornamenten verziert sein.

Aufwand und Ausgestaltung der Stücke dienen durchaus auch sozialen Anforderungen. Durch die Ausschmückung der Dolche, kann der Träger den eigenen Prestige und seine soziale Stellung innerhalb einer Gesellschaft zum Ausdruck bringen. Mitunter lässt sich an der Gestaltung manch eines Stückes die regionale Herkunft oder die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm ablesen.

Die Zusammenstellung der Exponate ermöglicht in ihrer Gesamtheit dem Besucher die Möglichkeit, sich einen Überblick über die beiden vorgestellten islamischen Waffentypen und einige ihrer Variationen zu verschaffen.

Mehr Infos finden Sie unter www.goldschmiedehaus.com