Ausstellung Hermann Jünger (1928 – 2005) Schmuckstücke – Fundstücke. Ein Rückblick

20. Dezember 2016  
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Hermann Jünger gilt als einer der legendären Pioniere und Initiatoren des internationalen Autorenschmucks. Als einer der ersten Schmuckkünstler setzte er sich mit aktuellen Tendenzen der Malerei auseinander. Zum 75. Jubiläum des Deutschen Goldschmiedehauses und zum 85. Jubiläum der Gesellschaft für Goldschmiedekunst sind im Silbersaal rund 200 Exponate aus fünf Jahrzehnten zu sehen. 

Jünger ist Hanauer. Seine Jugend an der Zeichenakademie, seine frühen Erfahrungen der Nachkriegszeit haben erste Ansätze geprägt. Aus Mangel an Werkzeug und Werkstoff suchte der damalige Student Bereicherung im Kontakt mit aktuellen Tendenzen in der Malerei. Darin liegen die Wurzeln für sein ausgesprochen bildhaftes Denken in der Schmuckkomposition begründet, das ihn nie mehr verlassen hat, das er vielmehr vertieft, variiert, systematisch und programmatisch pflegte und unterfütterte im Fortgang des Werks. Man könnte vielleicht sagen, Hermann Jünger hat das Bild in den Schmuck eingeführt, das Zeichen, die malerische Geste. In sparsamen, aber markanten Aussagen deklarierte er den Schmuck zur künstlerischen Handlung, unterstrich Affinitäten und gemeinsame Qualitäten von Kunst und Schmuck.

Deshalb berücksichtigt der Jüngersche Kosmos auch die Bedeutung und den ästhetischen Stellenwert von stimulierenden angrenzenden Faktoren und Feldern, wie dem Fundstück, der Zeichnung, der Schrift. Diese Aspekte können nur bedingt in unserer Ausstellung Mitsprache gewinnen. Doch die Fundstücke sind dabei. Vor allem mit ihnen, den zufällig aufgespürten und gesammelten “objets trouvés” ergänzte und komplettierte Jünger seine Arrangements. Die sich selbstverständlich einbettenden “unwerten” Gegenstände ergeben zusammen mit höchst feinsinnig und ausgewogen angelegten Schmuckwerken das beeindruckende Porträt eines großen Meisters.

Für das Goldschmiedehaus hat die Münchner Galeristin Dr. Ellen Maurer Zilioli die Schau in Zusammenarbeit mit Jüngers Töchtern, Anet und Ike Jünger, aktualisiert. „Hermann Jünger hat das Bild in den Schmuck eingeführt, das Zeichen, die malerische Geste. In sparsamen, aber markanten Aussagen deklarierte er den Schmuck zur künstlerischen Handlung, unterstrich Affinitäten und gemeinsame Qualitäten von Kunst und Schmuck,“ schreibt Ellen Maurer Zilioli über sein Werk.

Die Ausstellung findet vom 23. Januar bis 7. Mai statt. Die Eröffnung ist am Sonntag, dem 22. Januar 2017 um 11:30 Uhr.

Deutsches Goldschmiedehaus, Hanau
Altstädter Markt 6
D 63450 Hanau
T +49-(0)6181-256556 F +49-(0)6181-256554
www.goldschmiedehaus.com