Ausstellung: Das Silber des Mondes – Berberschmuck aus Algerien

25. Januar 2017  
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Vom 05. Februar bis 15. Juni 2017 bietet die Ausstellung Das Silber des Mondes – Berberschmuck aus Algerien beeindruckende Einblicke in die umfangreiche Privatsammlung von Urszula Zanotti.

Die Präsentation im Silbersaal des Deutschen Goldschmiedehauses zeigt rund 200 Silberarbeiten aus dem Kulturkreis der Imazighen, der ursprünglichen Bevölkerung Nordafrikas, deren Sitten und Gebräuche immer mehr vom Untergang bedroht sind. Zu sehen ist Berberschmuck aus unterschiedlichen Regionen – der Kabylei, dem Aurès, dem Sahara-Atlas und dem Gebiet der Tuareg.

In seinen Ausstellungen greift das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau immer wieder Themen zu ethnologischem Schmuck auf. Die aktuelle Ausstellung ordnet sich in eine Reihe völkerkundlicher Ausstellungen ein, die dem Besucher in den letzten Jahren Möglichkeit boten, Kunsthandwerk fremder Kulturen zu studieren. Nach Schmuck aus Indien und dem Nahen Osten, verweisen die Stücke dieses Mal nach Algerien.

Der ausgestellte Schmuck ist ein wichtiger Zeuge vom Leben eines untergehenden Volkes und seiner Frauen. Die darin verkörperte Schmucktradition ist in ihrer Ausformung einmalig und trägt einen unverwechselbaren Charakter. Algerischer Schmuck aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist inzwischen sehr selten geworden. Die Sammlung Zanotti bewahrt das traditionelle Kunsthandwerk Algeriens und zeigt spannende Schmuckstücke der Berberfrauen.

Der von den Frauen der Imazighen getragene Schmuck diente den in früheren Zeiten geldlos lebenden Nomaden und Halbnomaden Nordafrikas vielfach als Zahlungsmittel in Zeiten der Not. Er war auf den Wanderungen leicht zu transportieren und bot zudem den Vorteil, direkt am Körper mitgenommen zu werden.

Obwohl Silber das vorherrschende Material ist, findet sich als weiterer, charakteristischer Werkstoff die Koralle. Lieferant waren die Korallenriffe der nordafrikanischen Küste. Als Ziertechniken kommen Filigran und Email zum Einsatz. Einige der Schmuckarbeiten binden zudem Silbermünzen ein, die bereits im 17. und 18. Jahrhundert ihren Weg nach Nordafrika fanden.

Urszula Zanotti kam 1962 nach Algerien. Die Sammlung beruht auf dem Besuch eines Händlers, der Urszula Zanotti interessante Schmuckstücke zum Kauf anbot. Sie suchte sich besonders ausgefallene Stücke aus, um diese für spätere Generationen zu bewahren. Gemeinsam mit ihrem Mann erwarb sie von nun an Berberschmuck aus den umliegenden Regionen.

Die Archäologin und Freundin Frau Zanottis, Helke Kammerer-Grothaus, stieß im Hause Zanotti eines Tages auf die Schmucksammlung. Sie gewährte der Historikerin und Ethnologin Malika Grasshoff (MAKILAM), die in einem kleinen Dorf in der Großen Kabylei aufgewachsen war, Zugang zu ihrem Fund. Die Ethnologin sah es als eine wichtige Aufgabe, den traditionellen Schmuck ihrer Heimat für ihre Nachfahren zu erforschen und an diese weiterzugeben.

Dank des Engagements von Helke Kammerer-Grothaus und Malika Grasshoff kann die Sammlung Zanotti in einer Publikation und durch die Präsentation im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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