250 Jahre Goldstadt Pforzheim

12. Mai 2017  
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Die Goldstadt glänzt. Es herrscht Aufbruchstimmung in Pforzheim! Wie damals, 1767, als Markgraf Karl Friedrich von Baden per Edikt gestattete, in der Stadt eine Taschenuhren- und eine Schmuckfabrik zu errichten. Der Grundstein einer Entwicklung, die Pforzheim zu der Schmuckmetropole in Deutschland machte.

 

Auch heute, nach einigen Höhen und Tiefen, werden in Pforzheim etwa 80 Prozent der deutschen Schmuckwaren konzipiert und produziert. Von traditionsreichen Marken mit Weltruf bis hin zu ambitionierten Goldschmiedeateliers findet sich in und um die Stadt eine Vielzahl von Schmuckherstellern und branchenbegleitenden Betrieben. Wer dabei einstmals bekannte Namen vermisst, entdeckt gleichzeitig neue erfolgreiche Unternehmen und eine überaus lebendige Schmuckdesignszene, die für spannende Impulse sorgt. Das feste Fundament für Handwerk und Kreativität in der Goldstadt: die einzige Gold­schmiedeschule mit Uhrmacherschule der Bundesrepublik und die Pforzheimer Hochschule mit der renommierten Fakultät für Gestaltung. Das 250-Jahr-Jubiläum hat Netzwerke knüpfen lassen: Hersteller, Händler, Kreative, Verbände, Museen und natürlich die Goldstadt selbst als Gesamtkoordinator lassen Pforzheim 2017 leuchten! Mehr als ein Jahr voller Veranstaltungen, Ausstellungen, Projekte, die den Weg in die Zukunft öffnen. Eine hoffentlich „goldene“ Zukunft für die Schmuck-und Uhrenindustrie, aber auch für die aus ihr entstandenen Technologiespezialisten, u.a. im medizinischen Bereich.

 

 

Georg Leicht, Juwelier Leicht

 

 

Sie sind Mitinitiator und Förderer des Goldstadt-Jubiläums. Was hat Sie am meisten beeindruckt?
Am meisten freue ich mich über das neue Gemeinschaftsgefühl in Pforzheim. Es ist bemerkenswert, wie viele Unternehmen, Institutionen, Vereine und Einzelpersonen sich aktiv für das Jubiläum engagieren. Die Pforzheimer feiern ihre Goldstadt! Das war nicht immer so – und gibt Mut für weitere gemeinsame Aktivitäten. Koordinator Gerhard Baral hat das Jubiläum großartig geplant, und ich bin stolz darauf, dass ich ihn in einigen Bereichen tatkräftig unterstützen konnte.

Dringt das Goldstadt-Leuchten bis zu den Kunden durch?

Viele Hersteller nutzen das Jubiläum und haben Sondereditionen gestaltet – vor allem die Marken Chopard und Wellendorff gehen mit gutem Beispiel voran. Wir als Juwelier Leicht kommunizieren das Jubiläum schon seit einem Jahr auf allen unseren Marketing-Kanälen, in unserem Kundenmagazin „PASSION”, online und nicht zuletzt durch Einladungen an unsere Spitzenkunden nach Pforzheim.

Welches Highlight lassen Sie sich nicht entgehen?
Ich freue mich vor allem auf die Jubiläumsgala mit Weltstar José Carreras.

 

 

Georg Wellendorff, Wellendorff

Was an Wellendorff ist typisch Pforzheim?
Durch die 250 Jahre lange Schmuck- und Uhrentradition haben wir hier eine hervorragende Infrastruktur. Daher sind wir überzeugt, dass die Qualität und Einzigartigkeit von Wellendorff-Schmuck direkt von der kompletten Wertschöpfung in Pforzheim abhängt. Wir garantieren mit unseren Spezialisten in der Manufaktur jeden Tag diese Exzellenz, die so an einem anderen Ort unter anderem Management nicht möglich ist.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Ich bin stolz auf die Goldstadt, die ja zugleich auch meine Heimat und der Ursprung unserer Manufaktur ist. Hier hat sich mein Urgroßvater 1893 selbständig gemacht. Nach seiner Maxime arbeiten wir bis heute und werden es auch in der Zukunft tun: „Nimm von allem nur das Beste, Gold und Diamanten, die besten Goldschmiede, die besten Werkzeuge und du erschaffst den besten Schmuck für die feinsten Schmuck­liebhaber der Welt.“

Gerald Baral, Gesamtkoordinator „250 Jahre Goldstadt Pforzheim“

 

Was hat Sie beim Jubiläum am meisten überrascht?
Dass es uns tatsächlich gelungen ist, den Begriff „Goldstadt“ neu zu beleben. Viele hielten ihn für überholt, aber er konnte mit neuem Feuer zum Leuchten gebracht werden. Die große Zahl der Sponsoren hat dazu beigetragen wie auch die vielen Schmuckstücke, die von Traditionsunternehmen speziell für das Jubiläum entwickelt wurden. Es wird sogar eine Veranstaltung mit allen großen Trauringherstellern geben. Das ist neu: Man bringt Dinge gemeinsam auf den Weg.

 

Was ist Ihr Tipp für Pforzheim-Besucher?
Das muss jeder seinen Vorlieben entsprechend herausfinden. In unserem Veranstaltungs-Flyer finden sich viele Anregungen. Pflicht ist auf jeden Fall die große Schmuckausstellung „Must have – must see’s“ und für Schmuckdesign-Fans ein Besuch in einem Design-Turm, dem Alfons-Kern-Turm. Auch die Theatervorstellung „Goldrausch“ am 28./29. Juli gehört sicher dazu und nicht zuletzt die „Rassler“-Wanderung am 6./7. Juli, an der sich rund 30 Vereine beteiligen. Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten? Ganz persönlich würde ich die „kleineren“ Events nicht verpassen wollen – zum Beispiel einen Besuch in der wiedereröffneten Galerie Norbert Mürle im Stadtteil Dillweißenstein.

Wie ist ihr persönliches Verhältnis zur Stadt?
Ich bin hier geboren, auch mein Großvater besaß ein Schmuckunternehmen, das dem großen Bombenangriff zum Ende des 2. Weltkrieges zum Opfer fiel. Wie alle, die hier leben, haben mich Schmuck und Design stets begleitet. Schon Ende 2009 habe ich auf das bevorstehende große
Ereignis hingewiesen, deshalb konnte ich mich auch nicht entziehen, als es hieß, für die Organi-
sation Verantwortung zu übernehmen.